Die zehn häufigsten Trainingsfehler von Ausdauersportlern

Die Suche nach methodischen Trainingsfehlern beginnt meist erst dann, wenn die Leistung stagniert oder sogar abnimmt. Die Ursachen der Leistungsminderung sind meist komplexer Art. Für eine Aufklärung ist eine detaillierte Dokumentation des Trainings erforderlich. Die Erfahrungen zeigen, dass viele Sportler die gleichen Fehler begehen. Nachfolgend werden die zehn häufigsten Trainingsfehler von Ausdauersportlern aufgeführt.

1. Die Trainingsintensität im GA1-Training ist zu hoch. Die Intensitätsbereiche wurden nicht auf die individuelle aerobe und anaerobe Leistungsfähigkeit abgestimmt.

2. Die Proportionierung der Trainingsbereiche ist nicht richtig gewählt. Der Trainingsumfang in den intensiven Trainingsbereichen (GA1, WSA - Wettkampfspezifisches Ausdauertraining) ist zu hoch. Ein geringer Trainingsumfang im extensiven Bereich (GA1) wird durch eine erhöhte Trainingsintensität kompensiert. Die Steigerung der intensiven Anteile des Trainings, einschließlich der Wettkämpfe, muss immer auf der Grundlage der aeroben sportartspezifischen Leistungsfähigkeit bzw. einer hohen aeroben Gesamtbelastung erfolgen.

3. Die Wirkungskette der Trainingssteuerung wird nicht beherrscht. Der Trainingsplan ist nicht differenziert auf die Leistungsstruktur der Sportart abgestimmt, die Trainingsempfehlungen werden von einer unzureichenden Leistungsdiagnostik abgeleitet.

4. Die Trainingsbelastung steigt im Trainingsjahr nicht an, sie ist in der allgemeinen Vorbereitungsperiode höher als in der speziellen Vorbereitungsperiode.

5. Der Abstand zwischen Belastungsgipfel und Leistungshöhepunkt ist zu groß. Die individuelle Höchstleistung kann nicht zum beabsichtigten Leistungshöhepunkt ausgeprägt werden.

6. Die Belastungsspitzen im Training sind zu dicht beieinander (unter 2 Wochen) oder voneinander zu weit entfernt (über 2 Monate).

7. Das Ausdauertraining ist durch eine zu hohe Gleichförmigkeit gekennzeichnet, wie Standardstreckenlänge, gleiches Streckenprofil, gleiche Trainingsmittel und -methoden.

8. Die Belastungs-Entlastungs-Zeiträume werden nicht eingehalten. Damit können sich Anpassungen nur begrenzt vollziehen und bei hohem Ermüdungszustand sinkt die Trainingsqualität.

9. Das Training wird bei ersten Anzeichen gesundheitlicher Beeinträchtigungen (z. B. aufziehender Infekt) oder anklingenden Beschwerden am Stütz- und Bewegungssystem unvermindert fortgesetzt, anstatt sofort die erforderlichen Maßnahmen (Trainingsreduktion, Regeneration, physiotherapeutische Behandlung) einzuleiten.

10. Die Regenerationsphase nach Wettkampfbelastungen wird zu kurz gehalten. Wettkampfserien werden ohne das kompensatorische Zwischenwettkampftraining durchgeführt.

Lesen Sie hierzu auch die Empfehlungen unter Jahresplanung und Periodisierung des Trainingsjahres.

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