Das Packen der Wettkampftasche sollte man nach Checkliste durchführen, da sonst wichtige Dinge vergessen werden, die man am Wettkampfort entweder teuer kaufen muss, oder gar nicht mehr bekommt. Ich bin einmal ohne meine Laufschuhe zu einem Wettkampf gefahren und musste mir kurz vor dem Lauf auf der Marathon-Messe neue Schuhe kaufen. Da ich bei meinem Laufschuh die Größe genau kenne und ich auch noch genau mein Modell bekommen habe ging das noch mal gut. Ich neige auch nicht zu Blasen an den Füssen. Im schlimmsten Fall, können Sie in solch einer Situation Ihren Wettkampf vergessen. Hier also die Checkliste für Ihre Wettkampftasche:  

- Laufschuhe 24

- Laufsocken (zwei Paar)

- Tight oder Short, je nach Witterung

- Laufshirt, je nach Witterung kurz, lang, oder Singlet (am besten zwei, falls eines beim Einlaufen stark verschwitzt ist)

- Laufweste, Laufjacke, Fliespullover, je nach Witterung

- Handschuhe (im Winter, oder in der Übergangszeit)

- Mütze (im Winter, oder in der Übergangszeit)

- Pulsmesser und Brustgurt (vor der Startaufstellung einschalten. Sonst stören andere Pulsuhren)

- Chip für die Zeitmessung (Schon am Vortag am Schuh befestigen)

- Schweißbänder (min. zwei)

- Trockene Kleidung, Regenjacke und Schuhe für nach dem Wettkampf

- Duschsachen (Handtuch, Shampoo, Duschgel, Badeschuhe da Massenduschen nicht gerade Hygienisch sind)

- Verpflegung für vor, nach und während des Wettkampfes (Gel, Riegel, Apfelschorle, Banane, usw.)

- Trinkflasche mit Ihrem Wettkampfgetränk

- evtl. Trinkgurt

- Vaseline, Melkfett, oder anderes Einreibemittel gegen Wundscheuern

- Sicherheitsnadeln (min. 4 Stück), oder Startnummernband (Befestigung der Startnummer)

- Nagelschere und Feile

- Ausschreibung, Startunterlagen und Anmeldebestätigung

- Tape, oder Pflaster zum Abkleben der Brustwarzen und anderer empfindlicher Stellen

- Sunblocker bei Sommerwettkampf

- Toilettenpapier (Das Toilettenpapier ist am Wettkampfort meist Mangelware)

- Kleines Erste-Hilfe Set

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Merkmale
Wettkampfschuhe sind leicht und auf einem speziellen, leicht gebogenen oder stärker gebogenen Leisten gearbeitet. Ihre Zwischensohle besteht aus EVA, die Außensohle, zumindest im Vorfußbereich, aus geschäumtem Gummi. Der Schaft ist in der Regel aus luftdurchlässigem Material mit einem Schnell-Schnürsystem. Einige Wettkampfschuhe sind auch für schnelle Trainingseinheiten geeignet, doch Vorsicht: Wettkampfschuhe bieten in der Regel wenig Dämpfung und vor allem kaum Stabilität. Solche Laufschuh sind für Sie geeignet, wenn Sie ein Normalfußläufer ohne Fußfehlstellung sind, wenn Sie häufig an Wettkämpfen teilnehmen, wenn Sie einen speziellen Laufschuh für die ganz schnellen Trainingseinheiten suchen, wenn Sie nicht schwergewichtig (unter 85 kg) sind. Hier im Bild sehen Sie den Asics PIRANHA SP4, einen der leichtesten Wettkampfschuhe der Welt. Er wiegt nur 120 Gramm.

Wer sollte Wettkampfschuhe tragen?
Schaut man an der Startlinie eines Marathonlaufs auf die Füße der Läufer, erkennt man schnell, dass noch immer viele Läufer dem Irrglauben verfallen sind, je leichter der Schuh, desto schneller die Endzeit. Schuld sind unter anderem Studien aus den USA, wonach schon 30 Gramm weniger Gewicht am Laufschuh eine Sekunde pro Meile ausmachen. Rechnet man das unterschiedliche Gewicht von herkömmlichen Trainings- und Wettkampfschuhen gegeneinander auf die Marathon-Distanz hoch, kommen schnell Minuten an Zeitdifferenz zusammen. Doch Vorsicht ist geboten, denn Wettkampfschuhe haben zwar ein geringeres Gewicht, bieten aber - und das ist ihr entscheidender Nachteil - wenig Stabilität und Dämpfung. Denn Gewicht kann nur auf Kosten der Funktionalität gespart werden. Stabilität und Dämpfung sind aber auch in einem Wettkampf für die meisten Läufer unabdingbar. Grundsätzlich gilt deshalb, je höher das Leistungsvermögen, je leichter der Körperbau, je effektiver der Laufstil und je kürzer die Wettkampfdistanz, desto geringer darf das Gewicht des Wettkampfschuhs sein. Und umgedreht bedeutet dies, Je weniger ambitioniert und schwerer der Läufer, je uneffektiver der Laufstil und je länger die Distanz, desto mehr Stabilität und Dämpfung muss ein Wettkampfschuh bieten. Wenn Sie 10 Kilometer nicht unter 40 Minuten (Frauen unter 45 Minuten) und den Marathon nicht unter 3 Stunden laufen (Frauen unter 3:30 Stunden) und über 70 Kilogramm wiegen (Frauen 63 Kilogramm), sollten Sie keine Wettkampfschuhe tragen. Ganz bestimmt nicht, wenn Sie, egal wie leicht und schnell, irgendeine Art von Fußfehlstellung aufweisen. Die Alternativen sind vielfältig. Jeder Laufschuhhersteller bietet heute eine Palette von leichten Trainingsschuhen an, die bei relativ geringem Gewicht meist auch noch eine mediale Stütze und ansprechende Dämpfung bieten. Wenn Sie Wettkampfeinsteiger und/oder besonders schwergewichtig sind (über 90 Kilogramm), dann bestreiten Sie den Wettkampf unbedingt mit Ihrem ganz normalen Trainingsschuh

Fazit

Wettkampfschuhe sind gerade im Einsteigerbereich nicht nur nicht nötig, sondern unter Umständen auch gefährlich.  Das weniger an Gewicht geht in der Regel zu Lasten der Stabilität und Dämpfung. Hoch ausdauertrainierte Athleten erlangen durch ihr jahrelanges Training eine hervorragende orthopädische Stabilität und ziehen aus dem Einsatz von leichten Wettkampfschuhen einen Vorteil. Für den Hobby-Ausdauersportler kann ein solcher Schuh zum Desaster werden, da bei einem langen Wettkampf die nötige Stabilität und Dämpfung fehlt. Die Gewichtsersparnis von vielleicht 100-200 Gramm, bringt im Freizeitsport kaum Vorteile. Wenn Sie trotz allem einen Wettkampfschuh benutzen wollen, sollten Sie diesen ausgiebig getestet und schon auf langen Trainingsläufen auf Asphalt eingesetzt haben, um seine Tauglichkeit einschätzen zu können. Benutzen Sie keinen Wettkampfschuh, wenn Sie orthopädische Probleme haben, oder starker Überpronierer bzw. Unterpronierer (Supinierer) sind.

Für Wettkampfkleidung gilt in erster Linie, dass sie so wenig wie möglich zu spüren ist. Sie muss atmungsaktiv sein und darf nicht einengen. Sie muss der Witterung entsprechen gewählt werden.

Wichtiger Tipp: nicht zu warm anziehen, leichtes Frieren am Start ist OK!!!

Hier ein paar Beispiele:
  

Frühjahrswettkampf, 15° Celsius, windig und trocken:

  • Tight dreiviertel

  • Laufshirt kurzärmlig

  • Weste gegen den Wind

  • Für empfindliche, dünne Fleecemütze und Handschuhe  

Sommerwettkampf 25-30° Celsius, kein Wind:

  • Tight kurz, oder Short

  • Singlet

  • Kappe bei sehr starker Sonne

  • Sonnencreme nicht vergessen!!!  

Herbstwettkampf 10° Celsius, Regen, Wind

  • Sommertight lang, oder dreiviertel

  • Laufshirt kurzärmlig

  • Weste, oder Windjacke dünn

  • Kappe gegen Regen in den Augen  

Winterwettkampf -5° Celsius, leichter Schneefall

  • Wintertight lang

  • Funktionsunterwäsche

  • Fleecepullover

  • Laufjacke

  • Mütze

  • Handschuhe

  • Bei hohem Schnee und Schneematsch evtl. Trailschuhe

 

Simulieren Sie im Training ab und zu den Wettkampf, um Kleidung, Ernährung, Schuhe, Trinkgürtel, usw. zu testen, damit Sie im Wettkampf keine bösen Überraschungen erleben.

Die Ausrüstung für Laufwettkämpfe ist schon wegen der Einfachheit des Laufsports schnell erklärt. Manchmal treibt aber sogar die Ausrüstung der Läufer seltsame Blüten, wenn man einen Blick in das Starterfeld eines Marathons wirft. Da ist vom Rucksack, Trainingsanzug aus Baumwolle, Trinkgürtel mit zehn Fläschchen und bunten Flüssigkeiten, bis zu Kappen mit Ventilator alles zu sehen. Nehmen Sie so wenig wie möglich zu Ihrem Wettkampf mit. Alles was stört kann bei einem Marathon zur Tortur werden. Mich stört selbst ein Trinkgurt. Allenfalls ein paar Gels und evtl. ein Kohlehydratriegel für die langen Distanzen sollte man mitnehmen. Üben Sie das Trinken im Laufen ein paar mal im Training, dann ist auch das kein Problem. Ich habe hier eine Technik entwickelt, die für mich optimal ist. Ich schnappe mir meist zwei Becher und drücke den Rand mit den Händen zusammen bis sich Daumen und Zeigefinger berühren, durch die entstandene Öffnung in der Hand trinke ich dann den Inhalt. Sollten Sie kein bestimmtes Zeitziel haben, dann gehen Sie einfach ein Stück und trinken in aller Ruhe, das ist immer noch besser, als mit einem Hustenanfall, weil Sie sich verschluckt haben weiterzulaufen und gar nicht zu trinken. Wer einen Trinkgurt nicht zu unbequem findet hat einen großen Vorteil, da man aus einer Trinkflasche natürlich am besten trinken kann und nicht auf die Getränkestände angewiesen ist, an welchen bei den großen Citymarathons immer großes Gedränge herrscht, was man an der Becherzahl sehen kann.

Einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände im Wettkampf ist die Pulsuhr, auf welche Sie nicht verzichten sollten. Nur Ausdauersportler mit langjähriger Erfahrung und einem überragendem Körpergefühl können im Wettkampf Ihren Puls und damit Ihre Geschwindigkeit richtig einschätzen. Können Sie das nicht ist ein Schnellstart und eine Versagen am Ende meist unvermeidbar. In letzter Zeit setzen sich immer mehr die Distanzmesser (Radar, GPS, oder mit Sensor) durch, diese halte ich durchaus für nützlich, wenn Sie richtig kalibriert sind, da die Geschwindigkeitsanzeige während des Laufens ein überziehen verhindert. lesen Sie hierzu auch die Rubriken Technik und Testberichte Bereich Ausrüstung. Letztendlich werden Sie nach einigen Wettkämpfen so viel Erfahrung sammeln, dass Sie wissen was Sie im Wettkampf brauchen und was überflüssig ist.

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