Liebe Leser,

meine Schwimmkariere begann vor Jahren in einem Schwimmbad auf der 25m Bahn. Der Grund war natürlich der Triathlon. Ich wollte einen Triathlon machen und konnte nur Brustschwimmen und das auch nicht besonders gut. Also machte ich mich mit meinem damaligen Trainingspartner auf ins Hallenbad und begann zu "trainieren" - dachte ich damals. Von Schwimmtraining hatten wir nur wenig Ahnung. Also rein ins Wasser und Kacheln zählen. Die Schwierigkeiten und Probleme die ich am Anfang mit dem Kraulen hatte waren typisch für alle Bratwürste im Wasser, habe ich ja in der Triathlon-Story auch schon ausgiebig beschrieben. 

Ich wollte natürlich so schnell wie möglich vorankommen, also absolvierte ich zwei Schwimmseminare bei Ute Mückel, um Technik und Wasserlage erst mal richtig zu lernen. Das Seminar war auch super, nur wenn die kurzweiligen zwei Tage vorbei sind und man selbst das Schwimmtraining in die Hand nehmen soll, funktioniert das eben nicht wirklich. So quält man sich mehr oder weniger durchs Wasser und macht genau da weiter wo man angefangen hat. So ging es die nächsten Jahre weiter. Auf der ersten Langdistanz waren es dann auch 1:23 Min. bis ich aus dem Wasser stieg. Unendlich viele Körner hat es auch gekostet. 

Ich redete mir dann irgendwann ein, macht ja nichts, 10 Min. hin oder her sind für einen Hobbysportler kein Drama. Dementsprechend lies ich das Schwimmtraining entweder schleifen, oder bis auf ein paar unerhebliche Einheiten ganz weg. Im Wasser fühlte ich mich einfach nicht wohl und so geht es vielen Triathleten, die aus den Ausdauersportarten Laufen, Radfahren oder aus anderen Landsportarten kommen. Schwimmen ist dann immer die Angstdisziplin. Bei jedem Wettkampf steigt man mit ungutem Gefühl ins Wasser und hofft es möge schnell vorbei gehen. Man schaut neidvoll auf die Schwimmer, die sich scheinbar mühelos durchs Wasser bewegen.

Im Jahr 2012 begann ich im Herbst mit einem Coach zu arbeiten und musste gleich zu Beginn einen 400m Schwimmtest abliefern. Die Zeit war natürlich unterirdisch, ich brauchte 9:20 Min. für die 400m und war frustriert. Also schwamm ich die ersten zwei Monate regelmäßig im Hallenbad. Test Nummer zwei brachte mich dann auf sage und schreibe 9:18 Min. - Frust. Ich gab den Coach wieder auf und auch die Schwimmerei und konzentrierte mich auf Laufen und Radfahren. Aufgrund einer Verletzung konnte ich dann im Sommer keinen Wettkampf bestreiten, was vielleicht auch gut so war. Das Jahr neigte sich dem Ende zu und meine Schwimmleistung war logischerweise immer noch auf Level Null. 

Dann kam das Jahr 2013. Im Sommer machte ich mir bei einigen Trainingseinheiten Gedanken um einen Trainingspartner in Passau um nicht immer alleine durch die Gegend gurken zu müssen. Ich trainiere zwar auch gerne alleine aber hin und wieder wäre ein Trainingspartner schon hilfreich. Ich schaltete eine Anzeige in unserer lokalen Presse, dass ich eine Triathlon Trainingsgruppe gründen wolle. Erst war die Resonanz sehr spartanisch, dann meldeten sich einige Leute. Es gab ein Treffen, wo auch Herbert Löw dabei war und mich letztendlich zum Triathlonverein des Skiclubs Passau brachte, von dessen Existenz ich gar nichts wusste.

Seither trainiere ich mit der Triathlon-Gruppe. Im Spätherbst begann das Schwimmtraining im Passauer Erlebnisbad. Mir war wirklich mulmig zu Mute. Die ersten Trainingseinheiten - ach was sage ich, die ersten Bahnen waren die Hölle. Ich konnte keinem der Gruppe auch nur annähernd folgen. Bei 100 Metern waren die meisten schon eine Bahn früher im Ziel als ich. Aber ich biss mich durch.

Einige Monate später bin ich ganz anderer Schwimmer geworden. Ein Schwimmtest 400m ergab 6:40 Min. das sind fast 3 Min. Unterschied zum letzten Test. Und die Tendenz ist weiter aufsteigend. Als Ermutigung für alle Blei-Enten, mit Konsequenz, regelmäßigem Schwimmen und natürlich mit Hilfe des richtigen Trainers, kann auch aus Blei-Enten ein passabler Schwimmer werden.

Ich werde nie ein Schwimmer werden, der die 3,8 Kilometer in 50 Minuten oder weniger schwimmt, aber um die 60 Minuten ist drin. Und vor allem mit weit weniger Kraftaufwand als bisher. Über 20 Minuten schneller zu schwimmen auf 3,8 Kilometer und dann auch noch entspannt aus dem Wasser zu steigen, ist schon eine Nummer. Außerdem macht mir Schwimmen immer mehr Spaß, was dann auch zu mehr Kraft und Ausdauer führt. 

Nochmals herzlichen Dank an Joachim und die anderen Jungs für diesen Fortschritt.

Ich kann nur jedem Triathleten raten, dem es so ergeht wie mir, sich einem Schwimmverein oder Triathlonverein mit Schwimmtraining anzuschließen. Die Fortschritte lassen sich in Eigenregie nicht erreichen. Es ist manchmal wirklich hart und man bewegt sich an der Grenze aber der Erfolg gibt dem Ganzen Recht.

keep on Swimming...

Harald

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