Die Triathlon Story

Kapitel 1

Wie alles begann

Ich saß mit meinem Trainingspartner bei einem Bier. Wir unterhielten uns angeregt über unseren Saisonabschluss, den „Lauf um den Wolfgangsee“. Diesen wunderschönen aber auch knochenharten Event hatten wir schon einige Male gemeinsam absolviert. Der Lauf ist 27 km lang und hat einen 2 Kilometer langen Anstieg, bei dem fast 300 Höhenmeter zu überwinden sind. Aber gerade das macht seinen besonderen Reiz aus. Jedes Jahr, am dritten Oktoberwochenende vesammeln sich über 3500 Läufer aus vielen Nationen in St. Wolfgang um sich dieser Herausforderung zu stellen. Landschaftlich ist es einer der schönsten Wettkämpfe die ich kenne.

Da die Laufsaison für uns zu Ende war und nun die langen, kalten Wintermonate und damit auch eine Trainingspause begann, schmiedeten wir Pläne für die neue Saison. Der ein oder andere Lauf wurde ins Auge gefasst. So wollten wir abermals den Halbmarathon in Bad Füssing laufen, der Anfang Februar stattfindet. Begeisterung wollte nicht aufkommen, da es keine wirklich neuen Herausforderungen gab. Wir waren viele Marathons, Halbmarathons und Volksläufe miteinander gelaufen und die Luft war irgendwie raus.

Ich weiß nicht mehr genau wie, aber irgendwie kamen wir auf das Thema Triathlon. Mein Trainingspartner hatte vor vielen Jahren einige Triathlon-Kurzdistanzen absolviert. Wirklich Ahnung auf was wir uns da einlassen würden hatten wir nicht. Sofort waren wir aber Feuer und Flamme. Wie Sie wissen, wird so manche Idee am Kneipentisch geboren. Diese Nacht konnte ich vor Aufregung und Eifer nicht schlafen. Am nächsten Tag besorgte ich mir sofort ein Buch über Triathlon-Training von Herrmann Aschwer, ein Uhrgestein des Triathlons, was ich damals aber noch nicht wusste. Ich setzte mich in ein Café und begann zu lesen. Da ich bis Dato nur gelaufen bin machte mir speziell die erste Disziplin des Triathlons Kopfzerbrechen. Schwimmen konnte ich zwar, aber nur Brust und ich war in meinem Leben bestimmt nicht weiter als ein paar hundert Meter geschwommen. Radfahren würde ich hinbekommen, so dachte ich. Und laufen konnte ich ja nun wirklich gut. Somit musste ich erst einmal schwimmen lernen.

Ich machte mich mit meinem Trainingspartner auf ins Hallenbad um zu trainieren. Ich muss heute noch lachen, wenn daran zurückdenke. Damals war mir aber gar nicht zum Lachen, als ich die ersten 25 Meter Bahnen hinter mir hatte. Da ich nicht Kraulen konnte hab ich eine Zeit lang ein paar Schwimmer beim Kraulen beobachtet und dachte, das kann ja nicht so schwer sein. Ich stieg ins Wasser, ohne Brille und voller Feuereifer. Ich kraulte los und als ich auf der anderen Seite der 25 Meter Bahn ankam hatte ich ca. einen Liter Wasser geschluckt, konnte kaum mehr atmen und hatte einen gefühlten Puls von 180. Ja, was soll ich sagen, ich versuchte noch ein paar Bahnen und jedes Mal war es das Gleiche. Nach einer halben Stunde saß ich am Beckenrand und war total frustriert. Damit hat sich Triathlon für mich wohl erledigt dachte ich. Meinem Trainingspartner ging es etwas besser, da er ja schon kraulen konnte. Wirklich gut schwimmen konnte er aber auch nicht. Nachdem ich ein paar Tage ins Land gehen ließ, machte ich mir Gedanken wie ich kraulen lernen könnte. Also musste wieder ein Buch her. Ich schaute mir einige Bücher in der Buchhandlung an, konnte aber nicht wirklich etwas mit den Beschreibungen anfangen. Also ab ins Internet und nach Filmen gesucht. Auf einer Triathlon-Seite fand ich ein Archiv mit unzähligen Filmen zum Thema kraulen im Triathlon. Ich verschlang sie alle und verbrachte Stunden mit Technikstudien und Erklärungen zum Kraulen. Der nächste Versuch im Hallenbad war aber nicht weniger frustrierend. Theorie und Praxis sind eben zwei paar Stiefel. Jetzt war guter Rat wirklich teuer. Da ich nicht so leicht unterzukriegen bin, machte ich einfach weiter und nach dem 20ten Besuch im Hallenbad konnte ich tatsächlich vier Bahnen im 25 Meter Becken absolvieren ohne zu kollabieren. Lassen sie mich mal nachrechnen. Vier Bahnen sind sage und schreibe 100 Meter, toll, 100 Meter. Damit konnte ich nicht einmal einen Kintertriathlon absolvieren ohne ausgelacht zu werden. Ich brach meine Versuche ab und widmete mich wieder dem Lauftraining. Ich verbrachte den Rest des Winters mit laufen und Krafttraining um wenigsten fit zu bleiben und in der neuen Saison nicht komplett unter zu gehen.

Das Frühjahr kam und damit auch die ersten warmen Tage. Laufen machte wieder richtig Spaß. Im Hinterkopf hämmerte aber immer noch der Gedanke an den Triathlon und der ließ mich auch nicht mehr los. Ich wollte unbedingt einen Triathlon machen. Da ich nicht kraulen konnte musste ich eben Brustschwimmen. So meldete ich mich für einen Volkstriathlon in Kühbach, in der Nähe von Augsburg an. Die Distanzen waren 700m schwimmen, 33km Radfahren und 6 km laufen. Ich begann also für meinen ersten Triathlon zu trainieren. Ich hatte noch 3 Monate Zeit um mich in Form zu bringen. Dazu mehr im zweiten Kapitel.

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